Prof. Dr. Jan Viebig CIO ODDO BHF SE
Die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump birgt erhebliche Risiken für die Finanzmärkte und die Währungsbeziehungen. Für Trump steht die Eindämmung des hohen Außenhandelsdefizits der USA zweifellos ganz weit oben auf seiner Agenda, mit möglicherweise schwerwiegenden Auswirkungen auf das Wechselkursgefüge. Die politischen Aktivitäten konzentrierten sich bisher vor allem auf Einfuhrzölle. Seit „Tariff Man“ Donald Trump im Amt ist, vergeht kaum ein Tag ohne Schlagzeilen zu neuen, ausgesetzten oder angedrohten Zöllen. Der 2. April soll, das hat Trump angekündigt, der „Liberation Day“ werden. An diesem Tag soll ein umfassendes Konzept für neue US-Einfuhrzölle – insbesondere die sog. "reziproken Zölle“ – an den Start gebracht werden.
Neben der Zollpolitik verfolgt die US-Administration aber möglicherweise noch einen zweiten Handlungsstrang zur Eindämmung der Handelsbilanzdefizite. Bei diesem geht es darum, eine Abwertung des US-Dollars zu arrangieren. Die Überlegungen, die unter dem Schlagwort „Mar a Lago-Akkord“ diskutiert werden, gehen im Wesentlichen auf Stephen Miran und Zoltan Poszar zurück. Miran war Stratege einer Investmentfirma und wurde nun zum Vorsitzenden des Councils of Economic Advisors des Präsidenten bestellt. Miran argumentiert, dass der US-Dollar im Hinblick auf einen möglichen Ausgleich der Handelsbilanz systematisch überbewertet sei, weil der US-Dollar in großem Umfang als Reservewährung und internationales Zahlungsmittel genutzt wird. Die unelastische (nicht auf Preis- oder Mengensignale reagierende) Nachfrage nach Währungsreserven verhindere, dass der Wechselkurs einen Ausgleich der Handelsbilanz herbeiführt.1
Um eine Abwertung des US-Dollars herbeizuführen, schlägt Miran einen „Mar a Lago-Akkord“ vor. Die Bezeichnung spielt auf währungspolitische Beschlüsse der wichtigsten Industrieländer in den 80er Jahren an: Der Plaza-Akkord von September 1985 war ein im Plaza Hotel in New York erarbeitetes Übereinkommen, dass eine „geordnete Aufwertung der Nicht-Dollar-Währungen wünschenswert sei“ und „in enger Abstimmung der Währungsbehörden ermutigt werden soll“. Rund zwei Jahre später vereinbarte man im Rahmen des Louvre-Akkords, einer weiteren Abwertung des Dollars durch eine expansivere Wirtschaftspolitik der Nicht-Dollar-Länder entgegenzuwirken. Die Bezeichnung „Mar a Lago“-Akkord nimmt auf den Wohnsitz des US-Präsidenten in Florida Bezug und soll vermutlich helfen, die Sympathien von Präsident Trump für das Konzept zu gewinnen.
1) “The root of the economic imbalances lies in persistent dollar overvaluation that prevents the balancing of international trade, and this overvaluation is driven by inelastic demand for reserve assets.”, aus: Stephen Miran (2024), A User’s Guide to Restructuring the Global Trading System, Hudson Bay Capital, November 2024
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Die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump birgt erhebliche Risiken für die Finanzmärkte und die Währungsbeziehungen. Für Trump steht die Eindämmung des hohen Außenhandelsdefizits der USA zweifellos ganz weit oben auf seiner Agenda, mit möglicherweise schwerwiegenden Auswirkungen auf das Wechselkursgefüge. Die politischen Aktivitäten konzentrierten sich bisher vor allem auf Einfuhrzölle.
Gemessen an der kontroversen Debatte im Vorfeld der notwendigen Grundgesetzänderung hat das Schuldenpaket der Noch-Nicht-Koalition von CDU/CSU und SPD mit den Stimmen der Grünen relativ reibungslos die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit im Bundestag bekommen.
Am 24. Januar, wenige Tage nach dem Amtsantritt von Donald Trump, titelte das Wall Street Journal: „Stock Investors like Trump 2.0“. Die frühe Euphorie ist mittlerweile verflogen: „Wall Street Fears Trump Will Wreck the Soft Landing“ lautete die Überschrift vom 10. März.